Heidi Schmilewski und Erich Hochreuther      
Rother Firmengeschichten

Parkhotel Zur goldenen Krone 1

Meistens fährt man daran vorbei oder wartet an der roten Ampel. Man ist auf dem nordwestlichen Teil des Rother Altstadtringes, der heute noch Bahnhofstraße heißt, unterwegs zum oder vom Bahnhof oder irgendwohin. Dabei würde es sich lohnen innezuhalten, zu schauen, oder hineinzugehen und zu genießen - oder sich einfach nur im Friseurgeschäft die Haare schneiden zu lassen.

Bis zur Einführung von Straßennamen in den Rother Vorstädten im Jahr 1891 dürfte die Bahnhofstraße noch allgemein als "Augsburger Straße" oder "Augsburger Landstraße" bezeichnet worden sein. Von 1808 bis 1822 baute man die neue Augsburger Straße über Kiliansdorf nach Wernsbach und weiter nach Augsburg. Die alte Augsburger Straße führte nicht durch die Stadt, sondern von der Unteren Vorstadt auf der Trasse der heutigen Bahnhofstraße über die Kauernhofener Brücke und auf den Höhen des westlichen Rednitzufers nach Georgensgmünd, war aber wegen des tiefen Sandes äußerst schwer zu befahren. Sie war Teil einer Handelsund Heerstraße, die schon im Mittelalter von Nürnberg entlang des Rednitztales nach Augsburg und weiter nach Venedig führte. Der namengebende Bahnhof ist erst mit der 1849 eröffneten noch eingleisigen Teilstrecke Pleinfeld-Schwabach der "LudwigSüd-Nordbahn" errichtet worden.

Die Vorgeschichte des Hotels "Zur goldenen Krone".
Das heutige Hotel "Zur goldenen Krone" in der Bahnhofstraße 6 ist eines der ältesten Rother Gasthäuser. Man nimmt an, dass hier an dieser Stelle zur Zeit der hier vorbeiführenden Handelsstraße, spätestens seit Mitte des 14. Jahrhunderts, eine Wirtschaft mit dem Namen "Roter Ochse" gestanden hat, da es in einem wichtigen Ort an einer großen Straße immer zwei "rote" Wirtschaften gab, ein "Rotes Roß" und einen "Roten Ochsen". Die "roten" Wirtschaften waren die Wirtschaften an der "Route", d.h. die "Routen-Wirtschaften" an der Straße. Deshalb vermutet man, dass auch im Dorf "Rot" beide Wirtschaften bestanden, dass das "Rote Roß" an der Stelle des heutigen Gasthofes "Schwarzer Adler" und der "Rote Ochse" an der Stelle des heutigen Hotels Krone zu suchen sind.

Diese Taberne oder Wirtschaft "Roter Ochse" hatte Bierbraurecht, Branntweinbrennrecht, Keller- und Fischwasserrecht. Im Laufe späterer Jahrhunderte kamen dann noch Backrecht und eine "Lohnrößler-Konzession" hinzu. Während im "Roten Roß" eher der Adel und die Offiziere Quartier nahmen, bezogen im "Roten Ochsen" hauptsächlich Kaufleute mit ihrem Tross Unterkunft. Die Kaufleute sammelten sich hier zu größeren Konvois, um den durch allerlei Räubergesindel recht unsicheren Weg bis Nürnberg gemeinsam zu bewältigen. Aus diesen Anfängen entwickelte sich die einstmalige Herberge zum ersten Hotel der Stadt. Dieser Treffpunkt weitgereister und immer wohlhabender werdender Kaufleute war gelegentlich der Auslöser für manche industriellen Entwicklungen in Roth.

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Mehrmals mussten die Besitzer des Gasthauses erleben, dass der "Rote Hahn", zumindest Teile des Anwesens und der Brauerei, in Schutt und Asche legte. Man baute jedoch immer wieder auf den Trümmern auf.
Der Brandschutt wurde auf dem Grundstück des Kronenwirts-Anwesens verteilt, so dass das Grundstück gegenüber den Nachbargrundstücken etwas erhöht ist. Im Steuerkataster wird das Anwesen als Wirtschaft zur Krone mit Haus, Stadel, Stallung, Garten, Äcker, Wiesen und Fischwasser bezeichnet, dessen "Zins zum Kastenamt und Korngült zu gemeiner Stadt" entrichtet werden mussten.

Die Gebäude der alten "Kronenwirtschaft", ein zweigeschossiges großes Wohnhaus an der Straße, ein Stadel, Stallung und die große Brauerei im rückwärtigen Grundstücksteil sind im Rother Katasterplan von 1823 eingetragen. Das Anwesen hatte die alte Rother Hausnummer Nr. 162 und nach einer Umnummerierung die Hausnummer Nr. 174.
Ausschnitt aus dem Katasterplan der Stadt Roth aus dem Jahre 1823

Der zum Kronenwirtshaus gehörende Felsenkeller soll sich im Bereich des Marktplatzes befunden haben.
Zusätzlich besaß das Kronenwirtshaus einen Sommerkeller an der Nürnberger Straße, der vielen Rothern noch als "Terrassenkeller" in Erinnerung ist. Wann der "Terrassenkeller" gebaut wurde, ist nicht mehr festzustellen. Im Jahr 1820 gehörte der "Terrassenkeller" auf den Plannummern 416 und 417 dem Kronenwirt Balthasar Fuchs. Die Räume im Obergeschoss des Terrassenkellers verpachtete das Kronenwirtshaus im Jahr 1855 für provisorische Gottesdiensträume an die neu entstandene Rother katholische Kirchengemeinde. Am 20. Mai 1855 wurden diese Räume im Sommerkeller zu Ehren des Evangelisten Johannes geweiht und einmal monatlich hier die Messe zelebriert. Aufgrund eines Besitzerwechsels des Kronenwirtshauses wurde bereits 1859 der Mietvertrag mit der katholischen Kirchengemeinde wieder gekündigt und die Gemeinde zog im Januar 1860 in den ehemaligen Plättsaal der Stieberschen Drahtfabrik am Neuen Gässchen um.

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Der Terrassenkeller wurde an einen Herrn Grießmeyer verkauft. Bortenmacher Friedrich August Weinert stellte am 29.3.1865 ein Gesuch an den Magistrat von Roth zur Erteilung der Konzession für eine Sommerwirtschaft im ehemaligen Fuchs'schen Sommerkeller, dem Terrassenkeller. Das Gesuch wurde mehrmals abgelehnt aber am 16.3.1875 erhielt Weinert durch Beschluss des Bezirksamts Schwabach die Konzession zum Bierausschank.

Das Hotel zur goldenen Krone.
Die Februarrevolution Frankreichs im Jahr 1848 griff im Frühjahr auch auf Deutschland über. Sie war Folge von Missernten in ganz Europa seit 1844 mit extremer Verteuerung von Lebensmitteln und dadurch verursachtem Hunger. Die Revolution in Deutschland zerstörte die Grundlagen der politischen und sittlichen Ordnung. In Roth waren Schmäh- und Drohbriefe, Straßenunfug, Polizeiverhöhnung und Mangel an Arbeit an der Tagesordnung. Am Himmelfahrtstag, den 18. Mai 1848 kam es in Roth zu den ersten Unruhen, als Herr Vikar Schurd eine Rede über die Auflehnung gegen die Staatsregierung und gegen Volksversammlungen hielt und die Teilnehmer "lose Buben" nannte. Dies erbitterte viele Zuhörer, worauf der Magistrat und der rechtskundige Bürgermeister Nusch versuchten, die Bürger zu beruhigen.

Am Pfingstmontag, den 11. Juni 1848 kam es dann in Roth wegen der Erhöhung des Bierpreises im Sommerkeller Böhrers zu einem öffentlichen Krawall. Ein Randalierer, der halbverrückte Bürgersohn Stiel wurde festgenommen und von der erregten Menge befreit und die Polizisten misshandelt. Unter der Menge waren die Eisenbahnarbeiter Regnet aus Burggrub als Anstifter und die Brüder Riffelmacher aus Roth. Auf der Steinernen Brücke kam es zu einem Scharmützel, das die alarmierte Landwehr beendete. In der Nacht zum 12. Juni 1848 wurde in der Unteren Vorstadt beim Kronenwirt Johann Martin Böhrer Feuer gelegt. Das Haus sowie die daneben liegende Schmiede der Hagenbauers, insgesamt zwei Hauptgebäude und vier Nebengebäude, brannten nieder. Der mutmaßliche Täter, ein Fremder, wurde eingesperrt, doch er entkam in der allgemeinen Aufregung wieder. Der Schaden wurde auf 30 000 fl. (Gulden) geschätzt. Hungernde Bahnarbeiter sollen das Gasthaus Krone angezündet haben, weil Streckenkommissar Freiherr von Plechmann hier wohnte, an dem sie ihren Zorn auslassen wollten.

Bild aus 1915Nach dem Brand von 1848 wurde das Anwesen des "Kronenwirts" in anderer Form und anderer Anordnung der Gebäude neu errichtet. Die heutige Straßenfassade des Hotels "Zur goldenen Krone" im Stil des Historismus um die Jahrhundertwende mit Anklängen an Klassizismus ließ Sebastian Meier im Zuge einer größeren Renovierung dem Hauptgebäude von 1848 erst im Jahr 1901 vorbauen.

Aus dem Jahr 1897 ist eine Rother Faschingsgesellschaft mit Prinzenpaar, elf Elferräten und Christine Kroner als Hofdame (erste Reihe, dritte von rechts) überliefert, die der Rother Fotograf Franz Xaver Schröfl im Hof des Hotels Krone fotografiert hat.
Anlässlich der letzten Fahrt der Postkutsche nach Roth um das Jahr 1925 ist vor dem Hotel Krone ein Erinnerungsfoto der Pferdekutsche aufgenommen worden und im Stadtarchiv Roth erhalten. Links im Hintergrund steht am Hotel Krone Heinrich Katheder mit seiner Tochter Magdalena, verheiratete Antlauf. Der Postillion ließ sich im Hof vom Hotel Krone fotografieren. Nach einem Schild mit Wappen an der rechten Seite der Straßenfassade war das Hotel Krone Anfang des 20. Jahrhunderts "Posthalt".

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Über die Eigentümer des Hotels "Zur goldenen Krone" und ihre Familien.
Bis gegen das Jahr 1714 hieß das Anwesen noch "Zum roten Ochsen" ("Von einer Wirtschaft, vorher zum Roten Ochsen, nun zur Kronen genannt"). 1714 erbaute Metzger Froschauer in der Städtlerstraße eine Wirtschaft "Zum Ochsen", daher dürfte um diese Zeit der Name "Zum roten Ochsen" in "Gasthof zur goldenen Krone" oder "Kronenwirt" geändert worden sein. Im Steuerkataster (Band 54 Seite 159, 1719 - 1729) der Stadt Roth ist dann ab 1719 ein Johann Michael Fuchs als "Kronenwirt" genannt.

Die Familie Fuchs in der Kronenwirtschaft.
Johann Michael Fuchs ist im November 1690 in Eysölden geboren. Sein Vater Michael Fuchs war Bauer in Eysölden und Wirt und Bierbrauer in Thalmässing. Johann Michael Fuchs heiratete am 10. Januar 1713 Anna Däffner, die Witwe des Laurentius Däffner, Gastgeber in Roth im Gasthof zur goldenen Krone. Durch die Heirat wurde Johann Michael Fuchs zum Rother Bierbrauer und Metzgermeister im Gasthof zur goldenen Krone und hatte mit seiner Frau Anna sieben Kinder. Nach dem frühen Tod seiner Frau Anna im Alter von nur 46 Jahren am 19.12.1727 heiratete Johann Michael Fuchs am 4. Oktober 1729 Margarete Forster aus Obermichelbach und hatte mit ihr 9 Kinder. Johann Michael Fuchs starb am 9. Mai 1752 im Alter von 61 Jahren und seine zweite Frau Margarete 30 Jahre später am 13. Juni 1782 im Alter von 77 Jahren.
Über die Zeit um 1752, als Margarete, die Witwe von Johann Michael Fuchs die Kronenwirtschaft führte, findet man im Rother Stadtarchiv im Steuerkataster den Satz: "Abgaben nur noch 45 Kr., weil alle Gebäude liederlich und wenig Nahrung detaxiert". Am 6. August 1783 bekommt die Kronenwirtschaft vom Haus 176a das Backrecht übertragen.
1786 übernahm Johann Michael Fuchs, ein Sohn gleichen Namens von Johann Michael Fuchs, die Wirtschaft. Weiter heißt es "der Garten erstreckt sich bis an die Rednitz".
Ab 1800/1801 ist das Anwesen im Besitz seines Sohnes Johann Balthasar Fuchs. Er ist im Steuerkataster von 1809 als Bierbrauer, Branntweinbrenner, Tavernwirt und Bäckermeister eingetragen und besitzt ein zweigädiges, d. h. zweigeschossiges großes Wohnhaus, einen Stadel, Stallung, Brauhaus und Felsenkeller, außerdem Garten, Wiesen, Äcker und Wald (er zahlt Steuer für 33,5 Morgen). Sämtliche Gewerbe werden mit Nutzen betrieben, die Vermögensumstände sind gut, und er hat ein kleines Kind.

1815 stellt Kronenwirt Johann Balthasar Fuchs das erste Gesuch auf Erteilung einer Lohnrößler-Konzession. Er begründet das Gesuch mit dem Rückgang der Geschäfte in der Kronenwirtschaft infolge der neuen Augsburger Straße, die über den Marktplatz nach Kiliansdorf und Wernsbach führt, statt an seiner Wirtschaft vorbei über Unterheckenhofen und Georgensgmünd. Er braucht neue Einkünfte, schon seine Eltern und Großeltern hätten seit 100 Jahren das Fuhrgeschäft innegehabt. Die Stadt Roth lehnt aber das Gesuch auf Erteilung der Konzession ab.
1821 stellt Johann Balthasar Fuchs ein zweites Gesuch auf Erteilung einer Lohnrößler-Konzession, weil nur noch zwei Personen in der Stadt das Lohnrößlergeschäft hätten. Seine Wirtschaft ist nun von Fuhrleuten und Reisenden abgeschnitten. Ob dieses Mal die Konzession erteilt wurde, ist der Akte im Stadtarchiv nicht eindeutig zu entnehmen.

1828 übernahm Johann Leonhard Fuchs das Krone-Anwesen. Er war Tavernwirt, Bäcker und Zinsbauer und mit Anna Margareta Wiedmann verheiratet. 1829 wurde ihr Sohn Johann Heinrich Fuchs geboren, 1832 ist Anna Margareta Fuchs gestorben und 1833 heiratete Johann Leonhard Fuchs Margareta Friederika Katharina Engelhard aus Petersgmünd, geboren 1814 in Eysölden.

Der historische Grabstein der Kronenwirts-Familie Fuchs stand noch bis zum Jahr 2006 auf dem Rother Friedhof zwischen Kreuzkirche und Stiebergrab westlich des Hauptweges.

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Die Familie Kroner und deren Nachkommen im Hotel Krone.
In den Jahren zwischen etwa 1845 und 1870 müssen mehrere, noch nicht belegte Besitzerwechsel des Kronenwirtshauses erfolgt sein. Über das Jahr des verheerenden Brandes 1848 schreibt Johann Georg Mayer in seinem Buch "Geschichte der Stadt Roth am Sand" vom Kronenwirt Johann Martin Böhrer. Böhrer war Bürger und Drechsler in Nürnberg und soll das Kronenwirtshaus im Jahr 1847 erworben haben. Mit Kaufurkunde vom 25. Januar 1873 kauften der Kellner Karl Friedrich Kroner aus Hof in Oberfranken und seine Ehefrau Friederika Kroner aus Steben von den Gastwirtseheleuten Karl Pfahler Bosch und seiner Ehefrau Henriette Bosch, geb Hubel aus Nördlingen die Gastwirtschaft zur Krone Hausnummer 174 mit Tabernwirtschaft, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei und Kegelbahn auf den Grundstücken mit den Plannummern 363, 364 und 365 samt Sommerkeller.

Karl Kroner ( geb. 4. März 1839, gestorben 16. Mai 1886) und seine Frau Henriette Kroner ( geb. 1. Mai 1847, gestorben 13. April 1936) hatten die sechs Kinder Hans (geb. 19. Oktober 1871, gestorben 6. August 1893), Friedrich (geb. 1873), Rosa (geb. 6. Juni 1875, gestorben 1. Dezember 1954), Christine "Dina" (geb. 1877, gestorben 12. Mai 1952), Heinrich (geb. 1878) und Wilhelm ( geb. 7. März 1880, gestorben 5. Januar 1939).

Nach dem frühen Tod von Gastwirt Karl Kroner heiratete seine Witwe Henriette im Jahr 1889 Sebastian Meier (geb. 5. März 1862, gestorben 21. Januar 1918) aus Breitenlohe und führte mit ihm das Hotel Krone weiter. Sebastian Meier war jüdischer Abstammung. Im Kriegsdienst des Sultans ist Sebastian Meier als Helfer des Roten Halbmondes zu Ehren gekommen und auf Anregung des Großwesirs im Jahr 1334 osmanischer Zeitrechnung mit silberner Medaille und Urkunde aus Konstantinopel ausgezeichnet worden. Der Rote Halbmond ist im islamischen Kulturkreis eine dem Roten Kreuz vergleichbare Organisation.

Am 17. April 1891 erhielt Sebastian Meier die Konzession für die Kronenwirtschaft und im November 1892 wurde er Vorstand der neu gegründeten Gastwirts-Innung. Aus der Zeit Sebastian Meiers ist heute noch im Gastzimmer des Hotels Krone die gediegene, hölzerne Wandvertäfelung erhalten und sollte dem an der Rother Ortsgeschichte Interessierten einen Besuch wert sein. Im Alter von nur 55 Jahren ist Gasthofbesitzer und Gemeindebevollmächtigter Sebastian Meier gestorben, seine um 14 Jahre ältere Witwe Henriette Meier überlebte ihn um 18 Jahre und wurde fast 89 Jahre alt. Die Gastwirts-Innung, die Freiwillige Feuerwehr Roth, der katholische Gesellenverein Roth und der Kriegerverein Roth trauerten um ihr langjähriges Mitglied Sebastian Meier.

Eine der Töchter von Karl und Henriette Kroner, Rosa Kroner heiratete den Betriebsleiter und Werkmeister der Stieberschen Drahtwerke Paul Schwarz (geboren 19. Dezember 1869, gestorben 13. April 1919) und übernahm dann 1936 nach dem Tod der Mutter Henriette Kroner, verwitwete Meier das Hotel zur golden Krone.

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Rosa und Paul Schwarz hatten die Kinder Fritz Schwarz (geb. 12. Mai 1908, gestorben 2. September 1929), Sebastian Schwarz und Christine Schwarz (geb. 10. September 1916, gestorben 11. Dezember 2002). Sohn Fritz Schwarz erlitt bei einem Arbeitsunfall in der Autowerkstätte Georg Fehling in der Oberen Hauptstraße schwere Brandverletzungen und starb im Alter von nur 21 Jahren.

Christine Schwarz heiratete Heinz Lehnhoff (geb. 31. Mai 1912, gestorben 28. März 1982) und übernahm von der Mutter Rosa Schwarz das Hotel "Zur goldenen Krone", musste aber das Erbteil ihres Bruders Sebastian Schwarz auszahlen. Unter ihrer Führung verkehrten im Hotel Krone bekannte Rother Geschäftsleute wie Rudolf Wöhrl. Am 20. Juli 1973 feierten Christine und Heinz Lehnhoff mit einem Sommergartenfest 100 Jahre "Krone" - Gastlichkeit in Roth. Die langjährigen Stammgäste, darunter auch Georg Heid, waren zu einem ausgezeichneten und hochgelobten Festessen eingeladen und jeder Gast bekam zur Erinnerung ein graviertes Zinndeckel-Bierglas geschenkt. Mitte der 1970-er Jahre schloss Christine Lehnhoff das Hotel aus gesundheitlichen Gründen.

Sechs Jahre war das Hotel "Zur goldenen Krone" geschlossen, dann verpachtete Christine Lehnhoff das Hotel ab 14. Oktober 1979 an das Ehepaar Erwin und Heidi Schmilewski aus Eckersmühlen. Konditormeister Erwin Schmilewski eröffnete im Hotel Krone ein Cafe mit hauseigener Konditorei in den Ladenräumen des ehemaligen Schreibwarengeschäftes.

Bis 1981 ließ Familie Schmilewski auf eigene Kosten die Fassade liebevoll restaurieren und das Innere des Hauses gründlich renovieren, um die Voraussetzungen für einen modernen Betrieb zu schaffen. Nach dem Tod ihres Mannes Heinz Lehnhoff im Jahr 1982 verkaufte Frau Lehnhoff 1983 das Anwesen mit dem Hotel Krone an Familie Erwin Schmilewski. Christine Lehnhoff wohnte bis zur Ubersiedlung ins Rother Wohnstift Augustinum wenige Jahre vor ihrem Tod im Alter von 86 Jahren im Jahr 2002 weiterhin im Anwesen beim Hotel Krone.

Das Hotel "Zur goldenen Krone" heute.
Heute wird das Hotel von Reisenden vor allem wegen seiner angenehmen Atmosphäre und seiner zentralen Lage sehr geschätzt.




Quellen

 

- Christof Haag, Buch Roth bei Nürnberg.
- Johann Georg Mayer, Buch Geschichte der Stadt Roth am Sand.
- Hausgeschichten aus den Beschreibungen der Sessionsorden des Rother Carneval Vereines
- Sammlung schriftlicher Unterlagen von Familie Schmilewski
- Stadtarchiv Roth, Steuerkataster 1719 - 1729 und weitere Unterlagen
- Jubiläumsschrift "100 Jahre katholische Pfarrkirche Roth" 1998
- Heimatblatt vom 26.11.1931, Der Terrassenkeller zu Roth

Fotos:  
- Sammlung Familie Schmilewski
- Stadtarchiv Roth

Original Stand:  27.06.2008 Copyright ©  Heidi Schmilewski und Erich Hochreuther

 

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91154 Roth